Hochtour

 

Großglockner 3798m

 

Tourengeher: Steffi G., Rene S., Otto, Caro

9.06. + 10.06.2018

 

Ca. 18 km

1900 HM




Hüttenfacs:

Erzherzog-Johann-Hütte (3454m)

Österreichischer Alpenklub Wien

Hüttentelefon: +43(0)48768500

www.erzherzog-johann-hütte.at


Höchste Schützhütte der Ostalpen

Erreichbar von Tiroler Seite durch das Kalser-Tal mit Ausganspunkt Lucknerhaus (1920m), in ca. 5h Gehzeit, von Kärnten über Heiligenblut mit Ausgangspunkt Glocknerhaus/Margaritzenstausee (2000m), in ca. 6h Gehzeit. 


120 Schlafplätze in Lagern und Zimmern

Geöffnet ca. vin 20 Juni bis Ende Sept. 

Webcam

Kein Winterraum (Notlager für 4 Personen) 



Kals, Parkplatz Lucknerhaus 1920m - Lucknerhütte 2241m  - Stüdelhütte 2801m - Ködnitzkees - Oberer Mürztalersteig - Adlersruhe (Erzherzog-Johann-Hütte) 3454m - Glocknerleitl - Kleinglockner - Großglockner 3798m - retour


Auf den Großglockner will wahrscheinlich fast jeder einmal, deshalb stehen auch mehrere hunderte Leute pro Tag auf dem Gipfel. Mit sovielen Leuten gleichzeitig dort zu sein will widerum eigentlich niemand. Für dieses Problem gilt (zumindest noch): In der Nebensaison auf den Gipfel gehen.


Im Vorhinein haben wir für den ersten Tag an dem die Adlersruhe geöffnet hat Betten reserviert und schönes Wetter bestellt.

Das Wetter meinte es dann auch gut mit uns und wir machten uns am Samstag frühmorgens auf den Weg nach Kals. 

Auf dem Weg hatten wir eine Verzögerung durch einen Unfall direkt vor der Mautstelle. Da ist uns doch glatt einer in's Auto gefahren. Aber Gottseidank nur in Schrittgeschwindigkeit und zum Glück konnten wir mit dem Schaden noch weiterfahren. 


Beim Parkplatz Lucknerhaus standen wir dann endlich mit dem Rucksack am Rücken am Fuße des Großglockners. 


Hier geht es gemütlich hoch, an der Lucknerhütte vorbei hinauf zur Stüdelhütte die noch geschlossen hatte. Dafür brauchten wir zwei Stunden. 

Hier zogen wir dann mal die Gurte an sodass wir am Gletscher nur noch die Steigeisen anziehen mussten. Über den Gletscher ging es am Seil hoch bis zum oberen Mürztalersteig. Hier wurden wir dann merklich langsamer im Tempo da man hier dann schon etwas die Höhe merkt. Über den plattigen, versicherten Steig geht es einfach hoch zur Adlersruhe, die wir nach 5,5 h mit Pausen erreicht haben. 

      

Hier freuten wir uns auf das Abendmenü, denn ausser Riegel hatte keiner was zu Essen dabei weil wir dachten dass die Stüdelhütte offen hätte. 

Es gab Lauchsuppe, Gulasch mit Hörnchen und sogar einen Nachtisch und für diejenigen die nicht genug hatten gab es sogar einen Nachschlag. 

Den Kohlenhydratenspeicher aufgefüllt und müde gingen wir noch vor Sonnenuntergang und somit recht früh ins Bett. Schlafen konnte ich im Gegensatz zu den anderen aber erst spät, muss wohl an der Höhe liegen, denn müde wäre ich eigentlich schon gewesen. Aber ein genügend Schlaf bekam ich dann doch auch noch. 


Summit day! 😊

Um 4 Uhr war ich dann wach, da konnte ich dann vor Aufregung natürlich nicht mehr einschlafen. Ich hab dann meine Sachen mal gepackt und bald darauf standen die anderen auch auf. 

Der Sonnenaufgang um 5:14 war traumhaft schön und genau zur richtigen Zeit, denn kurz darauf, um halb 6 gab es Frühstück. 


Und dann war es soweit. 

Von der Adlersruhe ist es nicht weit zum Einstieg in's Eisleitl. Wir gingen jeder für sich hoch, die Gefahr bei einem Sturz den anderen mitzureissen ist dann doch höher als sich alleine zu halten. 


Wir hatten perfekte Verhältnisse sodass es sehr gut über das sehr steile Eisleitl hoch ging. Kurz vor dem Sattele seilten auch wir uns an weil wir die anderen oben gleich überholen wollten und stiegen recht linksseitig hoch bis eine tschechische 5er Seilschaft die von rechts kam dann doch recht frech einfach über unser Seil hoch queren wollte sodass Steffi genervt rechts ausweichen wollte. Das funktionierte aber nicht recht und dann mussten wir die erstmal alle vorbei lassen. Da gab es dann schon die ersten Wartezeiten und Streitereien mit denen, da sie uns um's Verrecken nicht mehr vorbei lassen wollten obwohl wir zu zweit viel schneller vorangekommen wären. Rene und Otto hatten mehr Glück und wohl nettere Gleichgesinnte vor sich und konnten einige Seilschaften überholen und hatten schlussendlich freie Bahn zum Gipfel.  

Sicherungsmöglichkeiten gibt es ausreichend ab Beginn der Felsen an Ringhaken und über den Grat an massiven Eisenstangen. Die Verwendung von Steigeisen ist von der Hütte bis zum Grat des Kleinglockners obligatorisch, über den Grat dann je nach Verhältnissen. Der Fels geht aber auch sehr gut mit den Steigeisen zu klettern. Steffi und ich hingegen hatten Wartezeiten von 2 Stunden. 


Allerdings war es trotzdem schön, wir genossen die Aussicht bei der Zeitlupentempo-Überschreitung des Kleinglockners und konnten Otto und Rene die den Gipfel für sich alleine hatten derweil zuwinken. Auch die Scharte hinunter gab es dann ziemlichen Stau da es einfach kein Platz gibt nebeneinander auszuweichen und somit mussten wir einfach warten bis einige auf dem Gipfel angekommen und auch wieder abgestiegen waren. 

Gottseidank war das Wetter super. Bei Kälte bestimmt sehr unangenehm bei den langen Wartezeiten. Ich kann mir auch gut vorstellen dass in der Hochsaison im Juli und August manch einer oft nur den Kleinglockner erreicht weil einfach nichts mehr weiter geht und man wieder zeitlich absteigen muss. 


Nach wie gesagt 2h Wartezeit standen dann auch endlich Steffi und ich am Gipfel des Großglockners. Leider allerdings schlussendlich gemeinsam mit den meisten anderen die heute dieselbe Idee hatten denn im Abstieg kam uns dann keiner mehr entgegen der hoch wollte. 

Am Gipfel des Großglockners steht das wunderschöne "Kaiserkreuz". Dieses Kreuz wurde im Jahre 1880 von den Kalser Bergführern im Auftrag des ÖAK auf den Gipfel des Großglockner getragen und aufgestellt. 


Nach dem langen Weg runter zum Ausgangspunkt grüßen schmerzlich die Füße. 


Toll war es!